Konrad Adenauer (1876–1967), »Briefe über Deutschland 1945–1955« und George Orwell (1903–1950), »Reise durch Ruinen. Reportagen aus Deutschland und Österreich 1945«.Doppelporträts und exemplarische Texte
Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Bismarckstraße 90, Düsseldorf, Niedersachsen, GermanyThema Im Frühjahr 1933 wurde der Zentrumspolitiker Konrad Adenauer, gebürtiger Kölner und promovierter Jurist, vom NS-Regime aus dem Amt des Oberbürgermeisters von Köln verdrängt, in das er rund anderthalb Jahrzehnte zuvor zum ersten Mal gewählt worden war. Der damals 57-Jährige zog sich mit seiner großen Familie einige Zeit später nach Rhöndorf, unweit von Bonn, zurück. Dort blieb er im Visier des Regimes, ohne dass sich Adenauer direkt an Widerstandsaktivitäten beteiligt hätte. Nach dem Scheitern des Staatsstreichversuchs. von Oberst Graf Stauffenberg und anderen im Juli 1944 wurde Adenauer dennoch von der Gestapo verhaftet, auch seine Ehefrau Auguste befand sich zeitweilig in Haft. Da ihm keine direkte Verbindung zum Widerstand nachgewiesen werden konnte, kam Adenauer Ende November 1944 wieder frei. Anfang Mai 1945 wurde er von der US-Besatzungsmacht wieder als Oberbürgermeister von Köln eingesetzt, Anfang Oktober 1945 wurde er von der inzwischen zuständigen britischen Militärregierung jedoch entlassen. Bereits kurz vor Kriegsende hat Adenauer Briefkontakte (wieder-)aufgenommen, von denen er sich Hilfe für den notwendigen Wiederaufbau und dringliche Versorgungsfragen versprach. In seinen Briefen wird seine Einschätzung der Situation und der politischen Perspektiven Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkriegs und kurz danach deutlich. George Orwell wurde unter dem Namen Eric Arthur Blair 1903 als Sohn […]
